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08.02.08
Das Martin Luther Gesangbuch steht nun zum Download zur Verfügung.
18.09.07
Ausflug der Frauenhilfe vom 31.08.07
11.07.07
Die ersten zehn Lieder des Martin Luther GB können nun heruntergeladen werden.
Reisebericht vom 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag Köln
Vom 6. – 10. Juni 2007 waren auch wir dort. Gestern am Sonntag kamen wir wieder zurück. Kurz hinter Altenkirchen gab es ein starkes Gewitter mit Regen und mit Hagel. - Wie war ich froh, dass wir in Köln schönes Wetter und solch tolle Tage hatten. Dafür bin ich Gott dankbar. Doch nun erst einmal der Reihe nach.
Von unseren beiden Dekanaten aus (Bad Marienberg und Selters) hatten wir für den Kölner Kirchentag eine Gruppenfahrt mit einem großen Bus geplant. Doch weil Köln quasi vor unserer Haustür liegt, wollten viele, die Interesse zeigten, doch nur Tagesfahrten nach Köln unternehmen. So kam diesmal für uns nur eine kleine Gruppe zusammen. Wir machten uns mit zwei Kleinbussen auf nach Köln. Untergebracht waren wir im Hansa Gymnasium im Klassenraum der 10a. In der Schule gab es morgens auch das Frühstück.
Für diesen Kirchentag hatte ich mich entschlossen, als Bläser zu fahren; das heißt, möglichst viele Veranstaltungen mitzumachen, bei denen Bläser mitwirken konnten. Denn auch mit unserem Höchstenbacher Posaunenchor hatten wir uns mit 12 Personen angemeldet. Der Auftritt unseres Höchstenbacher Posaunenchores war am Donnerstagnachmittag auf der Bühne am Bahnhofsvorplatz.
Gleich nach Ankunft im Übernachtsquartier konnten wir unsere Busse in der nahen Kleingärtnersiedlung abstellen. Ich bin dann mit Flügelhorn und Rücksack losgezogen. Zuerst einmal zu Fuß, denn von unserer Schule bis zum Dom war es nicht weit. Auch wollte ich einmal zu Fuß über die Hohenzollernbrücke zum Messegelände laufen. Von dort aus gab es den Busshuttle zu den Pollerwiesen. Pünktlich zur Probe für den Eröffnungsgottesdienst war ich dort, um mit 500 Bläserinnen und Bläsern aus dem Rheinland zu musizieren.
Diesen Gottesdienst und den Schlussgottesdienst will mir ein Bläser auf DVD zuschicken. Schön sind immer die Begegnungen auf dem Kirchentag mit Menschen, mit denen man gerade zusammen kommt. Und schön war natürlich auch das Musizieren in so einer großen Schar.
Der Gottesdienst begann um 17.30 Uhr. Danach fand an beiden Ufern des Rheins der Abend der Begegnung statt. Ich selbst war nur auf der Domseite. Ich habe mich einige Zeit vor der Bühne der Big Band der Bundeswehr aufgehalten.
Die Ur-Aufführung „Abendglühen“ fand dann zu beiden Seiten des Rheins vor der Hohenzollernbrücke statt. Diese schmückte das Fischsymbol. Zusammen mit dem Trompeter Markus Stockhausen, der dieses Stück eigens für diesen Kirchentag komponiert hatte, habe ich mit vielen Bläserinnen und Bläsern des Kirchentages am Rheinufer an dieser Ur-Aufführung mitgewirkt. Viele lange Noten mussten ausgehalten werden. Viele schräge Harmonien galt es zu blasen. In dem „Abendglühen“ konnten wir drei Minuten in Es-Dur improvisieren und zum Schluss eine Minute auf den Ton B.
Und dann ging es ab ins Quartier: Luftmatratze aufblasen, Schlafsack ausrollen und zusammen mit den anderen 15 Mitfahren aus dem Westerwald zur Nachtruhe kommen. Morgens gab es in der Schule Frühstück und für mich gleich noch zwei Brötchen fürs Abendessen. Die S-Bahn Station war direkt vor der Schule. Nach zwei Stationen war ich an der Messe. Dort hinein kam man allerdings nur, wenn man seine Teilnehmerkarte bzw. die Tageskarte vorzeigte.
In der Rheinparkhalle 1 war ich um 9.30 Uhr zur Bibelarbeit mit Dr. Wolfgang Thierse. Einen Promi wollte ich auch auf diesem Kirchentag hören. Ähnlich war es früher: in Hannover hatte ich mir Johannes Rau ausgesucht und vor vier Jahren in Berlin Angela Merkel, die jetzt unsere Bundeskanzlerin ist. Was sagt ein Politiker zu Matthäus 4,1-11? Dort lesen wir den Bericht von Jesu Versuchung. Welchen Versuchungen unterliegt ein Politiker?
In den Tagen dort lernte ich, mich auf dem Messegelände zurechtzufinden. Nach der Bibelarbeit ging es in der Halle der Kirchenmusik weiter. Um 11.00 war die Probe für den Schlussgottesdienst angesetzt. Die gesamte Halle war mit Bläserinnen und Bläsern gefüllt. Hinsetzen konnte man sich wo man wollte, anders als in unseren Chören, wo man seinen Platz immer in der jeweiligen Stimme hat. Gekonnt hat Landesposaunenwart Jörg Häusler diese Probe geleitet und dann auch den Schlussgottesdienst am Sonntag auf den Poller Wiesen.
Zur Mittageszeit fand ich ein gutes Mittagessen in der Messegastronomie. Einmal am Tag war ein warmes Essen mir wichtig. Dann recht es am Abend aus, die belegten Brötchen vom Morgen zu haben. Fürs Trinken hatte ich mich etliche Flaschen mitgenommen. In Hitze und Schweiß ist Trinken überaus wichtig. Besonders in der Schwüle des Freitag hatten Sanitäter viele zu tun. Bei mir ist alles gut gegangen. Nur die Füße schmerzten schon mal, wenn ich lange auf den Beinen war.
Um 15.15 Uhr sollte der Auftritt unseres Posaunenchores am Pavillon Bahnhofsvorplatz beginnen. Mein Posaunenchor war pünktlich dort. Ich war als Dauerteilnehmer der einzige aus unserem Chor, der auch in Köln übernachtete. Die anderen fuhren jeden Tag heim. Denn die Fahrkarte war im Teilnehmerpreis enthalten. Für mich jedoch war es so besser, um ganz im Kirchentagsgeschehen zu bleiben. Zusammen mit einem weitern Chor aus dem Odenwald konnten wir musizieren.
Um 17.00 Uhr war ich wieder in der Halle der Kirchemusik. Dort begann die Probe für die Bachkante „Erschallet, ihr Lieder“ von Johann Sebastian Bach. Mit Hilfe der Probe habe ich dann auch die Aufführung hinbekommen, zusammen mit 1400 anderen Sängerinnen und Sängern, dem Madrigalchor der Hochschule für Musik Köln, dem Orchester der Kreuzkirche Bonn und vier Oratoriensängern. Hier konnte ich anknüpfen an die schönen Erfahrungen mit der Musik von Bach auf den Kirchentagen in Hannover und Berlin. Durch Frau Schröder aus Frankfurt-Sachsenhausen war ich vor vier Jahren beim Berliner Kirchentag auf diesen Höhepunkt hingewiesen worden. Zu diesen Bach Aufführungen gehe ich seitdem gerne hin.
Für die Bibelarbeit am Freitag hatte ich mich festgelegt auf die Intendantin des RBB, Frau Dagmar Reim, in Messe Halle 6. Ihr persönlicher Referent ist ein Freund unserer Familie. Er war bei der Erarbeitung dieser Bibelarbeit in Vorfeld beteiligt. In dieser Halle 6 war beim Kirchentag diesmal die Medienmeile präsent, auch der ERF, bei dem ich mitarbeite. An diesem Morgen wurden alle Bibelarbeiten gehalten über Jeremia 23,16-32. In Vers 29 heißt es: „Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?“ Was sagt eine Frau, die für Radio und Fernsehen zuständig ist? Was bewirken Worte in den Medien? Welches Medienverhalten haben junge Menschen? Und wie sieht prophetische Rede heute aus?
Von 11.00 bis 13.00 Uhr wurde in der Rheinparkhalle 2 kontrovers diskutiert: Evangelische Schulen – herausfordernde Stören“friede“. Weil ich jetzt an der neu im Aufbau befindlichen Evangelischen Grundschule in Morgendorf tätig bin, wollte ich hineinhören in die Kontroverse. Es ist wirklich so, dass solche Schulen staatlicherseits gewünscht sind, auch um Konkurrenz zu schaffen. Notfalls müssen staatliche Schulen schließen, wenn sie nicht mehr genügend Schülerzahlen haben.
Bei den Naturkostständen habe ich Kartoffeln mit Quark zu Mittag gegessen. Weil es der letzte Tag für mich auf dem Messegelände sein sollte, bin ich dann in fünf riesigen Hallen unterwegs gewesen, in denen die „Markt Themenbereiche“ waren. Welch eine bunte Palette von Gruppen und Themen und Aktionen: Kirche in ihrer Vielfalt. Ob alle Christen die Gegensätze, die man dort spürten konnte, auch aushalten können? Von dem Johanneum in Wuppertal bis zur Jungen Union. Von Christen in Israel bis zu Homosexuellen und Lesben. Etliche bekannte Gesichter habe ich dort getroffen und viele Kurzgespräche geführt. Aber die Füße schmerzten.
Um kurz vor 19 Uhr bin ich raus aus dem Messegelände und hin zur Bühne an der Philharmonie. Dort war ab 20 Uhr Gerhard Schöne in einem Konzert zu hören. Vor vielen Jahren habe ich den Liedermacher aus der ehemaligen DDR zuletzt gehört. Früher habe ich ihn erlebt nur mit seiner Gitarre. Jetzt hatte eine große Band dabei. Der Platz war mit Menschen überfüllt. Die netten Ordner hatten Mühe, die Fluchtwege freizuhalten.
Am Samstagvormittag um 10.30 Uhr war ich selbst beteiligt mit meinem Lied zur Kirchentagslosung: Lebendig und kräftig und schärfer. In der Evang. Trinitatiskirche gab es das Concert in Klezmer, Latin, Swing & Funk mit dem Bläserkreis in Hessen und Nassau unter der Leitung von Landesposaunenwart Johannes Kunkel. Mit dabei war der in Berlin lebenden Jazzmusiker Jürgen Hahn. Mittendrin habe ich mit Gitarre und mit den Konzertbesuchern mein Lied eingeübt. Mit Bläserbegleitung haben wir es dann gemeinsam gesungen. In drei kurzen Meditationen habe ich die drei Stichworte erläutert: lebendig und nicht tot; kräftig und nicht schwach; schärfer und nicht stumpf. Ich freue mich, dass ich eine Mitschnitt - CD von dieser Veranstaltung habe.
Nach dem Mittagessen in der Stadt war ich in St. Martin, der Kinderkirche. Ein Familiengottesdienst stand auf dem Programm: flotte Lieder mit einer Band, eine sprechende Handpuppe, Kleingruppen für Erwachsene und Kleingruppen mit Kindern. Die Geschichte von Elia, der nicht mehr leben wollte, stand auf dem Programm (1. Könige 19). Diese biblische Geschichte ist mir dann wieder beim Schlussgottesdienst begegnet.
In einem großen Musikgeschäft habe ich mir eine Gitarrentasche für meine Schulgitarre gekauft. Dann ging es auch schon auf den Roncalliplatz. Rechtzeitig war ich da. Später war der Platz überfüllt. Keiner konnte mehr dazukommen. Kurz nach 19 Uhr begann die Bläserprobe für das Konzert mit den Bläck Fööss. Das Konzert ab 20 Uhr war auch für diese Kölner Kultgruppe ein besonderes Ereignis. Es haben 1000 Bläserinnen und Bläser mit den Bläck Fööss musiziert, auch das Lied: Mer lasse d’r Dom en Kölle. Die Bläserleitung hatte CVJM Bundesposauenwart Matthias Schnabel. Die Noten hatten wir uns schon im Vorfeld aus dem Internet herunter laden können.
Noch eine Nacht im Hansa Gymnasium. Vor der Nachtruhe hatte ich meinen Bus aus der Kleingärtnersiedlung geholt und an der Schule abstellen können. Schon um 8 Uhr haben wir unsere beiden Busse mit unserem Gepäck beladen, um dann mit der U-Bahn zu den Pollerwiesen zu fahren. Um 8.45 Uhr begann die Bläserprobe.
Die Fernsehübertragung in der ARD erfolgte von 10.00 bis 11.30 Uhr. Mechthild Werner war die Predigtfrau. Sie ist ein Medienprofi. Als jüngste Sprecherin zum „Wort zum Sonntag“ ist ihr Gesicht vielen bekannt. Im Vergleich mit ihr ist so mancher Verkündiger eine kleine Leuchte. Kleine Leuchten muss es ja auch geben. Jeder Christ muss halt seinen Weg finden, und authentisch sein und eben auch: lebendig und kräftig und schärfer.
Ich war erstaunt, wie reibungslos die Menschenmassen nach Gottesdienstschluss in die Straßenbahnen strömten. Am Hansa Gymnasium war von Menschenmassen nichts mehr zu spüren. So kamen wir mit vielen Eindrücken wieder gut im Westerwald an. So Gott will und wir leben in zwei Jahren auf zum Kirchentag nach Bremen vom 20. - 24. Mai 2009.
Diesen Bericht habe am 11. Juni 2007 geschrieben:
Pfarrer Christian Hählke, Bergstraße 8, 57629 Höchstenbach/Westerwald, Tel: 02680/241
E-Mail: haehlke@web.de
Beauftragter für den Kirchentag im Ev. Dekanat Selters
09.02.07
Den nächsten Auftritt der Kirchenband “Die Christliche Generation” am 10. März um 19:00 in der Konfirmanden- Vorstellung in der Höchstenbacher Kirche. Unter der Rubrik “Kirchenband” kann man das aktuelle Bandfoto ansehen, die aktuelle Besetzung u. ein paar Fotos der vergangenen Jahre.
02.01.07
- Die Gottesdienstseite wurde aktualisiert ( Gottesdienste ab dem 6. Januar )
- Downloads : Jahreslosungslied
- Kirchenblättchen ( Dez. - Febr. ) online, wenn auch ohne Bilder
01.10.06
Einige Fehler in den Liedtexten des Paul Gerhardt Gesangbuches wurden korrigiert.
21.09.06
E
Auf unserem Kirchenbus sind nur noch wenige Werbeflächen frei !
16.05.06 : Kirchenband-Fotos online u.v.m.
Bands in Concert
Am Samstag, 1. Juli 2006 findet auf dem Martin-Luther-Platz in Höchstenbach ein Konzert statt. Um 19.00 Uhr spielt die Dos-Hauptschulband Hachenburg, dann 20.00 Uhr die Realschulband Hachenburg und um 21.00 Uhr Kirchenband aus Höchstenbach ( Neue Bilder übrigens online ). Es gibt Getränke, Grillwürstchen, Fritten.
Wir nehmen keinen Eintritt. Der Gewinn wird aufgeteilt: 50 % für die Orgelrenovierung und 50 % wird aufgeteilt auf die drei Bands.
Veranstalter: Kirchenband Höchstenbach
Pfarrer Christian Hählke, Tel. 02680/241
Reisebericht – zur Jahrestagung 2006
der Paul Gerhardt Gesellschaft nach Berlin
In diesem Jahr waren wir in die Kirche „Zur frohen Botschaft“ nach Berlin-Karlshorst eingeladen. Dieses Gebäude gehört seit einigen Jahren zur Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Berlin-Lichtenberg. Vor der Jahrestagung (20. und 21. Mai 2006) war ich für zwei Nächte und einen Tag zuvor in Gräfenhainichen eingemeldet, im Nachhinein beinahe wichtiger für mich als die eigentliche Tagung. Doch der Reihe nach.
Am Donnerstagnachmittag bin ich losgefahren. Die fast 500 km waren nicht lang, hatte ich doch etliche Tonträger dabei, die ich hören wollte: von der 1972 verstorbenen Sängerin Mahalia Jackson: eine ERF Sendung über die neue CD „Wartesaal“ von Claudia Lemperle aus Frankfurt; eine Zeitzeichen Sendung vom WDR über die amerikanische Sängerin Joan Baez; eine SWR Eckpunkt Sendung: Im Reich der Sinne – Außergewöhnliche Wahrnehmungen.
In Gräfenhainichen wurde ich wieder überaus liebevoll von Wilma Deißner und ihrer Familie aufgenommen. Für den Freitagvormittag war ein Paul-Gerhardt-Wettstreit geplant. Etliche fünfte Klassen der dortigen Schulen sangen Paul Gerhardt Lieder. In diesem Jahr gewann die 6b des Paul Gerhardt Gymnasiums: Pizzaessen mit dem Bürgermeister. Bürgermeister Harry Rußbült (Linde PDS) meinte, dass zwar viel über Paul Gerhardt gesprochen wird, aber nur wenige tatsächlich Lieder von ihm kennen. Ich hatte einen Logenplatz direkt zu Füßen der Bühne. In der Presse wurde ich später zitiert: „Eine tolle Veranstaltung. Die Kinder und Jungendlichen halten das Andenken Paul Gerhardts lebendig.“ Auch die Internetseite unserer Kirchengemeinde wurde im Artikel hingewiesen www.kirchehoechstenbach.de. Dort kann man sich die 139 deutschen Lieder von Paul Gerhardt angesehen und evtl. herunter laden.
Am Nachmittag tagte im Evangelischen Gemeindehaus (Paul Gerhardt Haus) ein kirchlicher Ausschuss unter Leitung des Propstes, um Höhepunkte im kommenden Jahr zum 400. Geburtstag des Pfarrers und Liederdichters zu durchdenken. Zu Beginn sangen wir das von mir mitgebrachte Paul Gerhardt Lied „103. Der Herr, der aller Enden“, eine Nachdichtung von Psalm 23 nach der EG Melodie 58. Als besonderer Höhepunkt ist geplant ein Liederfest um den 3. Septembersonntag 2007 herum. Über die EKD wird dazu eingeladen.
Am Abend saßen wir mit Familie Deißner und Frau Marx noch lange zusammen, um zu singen, hauptsächliche nun meine Lieder. Viel zu kurz war die Nacht, denn schon in aller Frühe sollte es nach Berlin losgehen.
„Vor aller Welt erzählen“, so lautet in diesem Jahr das Thema. Da später die Vorträge wieder in Buchform erscheinen sollen, fasse ich mich hier kurz. Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete unser Präsident, Dr. Christian Bunners die Tagung. Für 10.15 war Professor Dr. Michael Heinemann aus Dresden angekündigt: Johann Sebastian Bachs (Paul-Gerhardt-) Kantate BWV 92 „Ich hab in Gottes Hand und Sinn“ Interpretation und Hörbeispiele. Da er verhindert war, las Dr. Bunners uns den Vortrag vor. Die Hörbeispiele machten das Zuhören leichter und interessant.
Pfarrer Helmut Kornemann aus Berlin war um 11.15 Uhr dran: Gottesdienstgestaltung mit Liedern Paul Gerhardts. Einiges will ich mal ausprobieren. Das Lied „Befiehl du deine Wege“ lässt sich auch singen nach den Melodien „Wie lieblich ist der Maien“ und „Er weckt mich alle Morgen“. Dadurch hört man noch einmal ganz neu auf den Text von Paul Gerhardt.
Das Mittagessen wurde uns um 12.15 Uhr angeliefert. Viel zu schnell verging die Mittagspause, denn um 13.30 Uhr war Kreiskantor Christian Finke dran: Gemeindesingen mit Paul-Gerhardt-Liedern – Workshop und Entwurf. Vom einfachen Kanon an bis hin zur Mehrstimmigkeit von Johann Georg Ebeling reichten die Beispiele. Viel haben wir gesungen.
Eine Stunde später um 14.30 Uhr referierte Dr. Christian Bunners, Berlin Mit Paul Gerhardts Liedern predigen - Möglichkeiten, Probleme, Modelle, Beispiele. Hier schlägt ja auch mein Herz, denn im Paul Gerhardt Jahr möchte ich ab und an eine Liedpredigt halten. Auf dem von mir mitgebrachten Büchertisch lag auch das Buch von Reinhard Ellsel, Du kommst und macht mich groß, mit Predigten zu Liedern von Paul Gerhardt. (ISDN: 3-7858-0497-0) Das will ich als „Steinbruch“ im kommenden Jahr benutzen.
Nach der Kaffeepause wurde es um 16.00 Uhr praktisch. Wir waren nun im großen Kirchenraum mit Elisabeth Feldkeller. Sie ist gleichzeitig Theologin und Tanzpädagogin und wohnt in Potsdam: Lieder Paul Gerhardts im geistlichen Tanz. So lernten wir gemeinsam Schritte und Bewegungen. Für mich nicht so fremd, hatte ich doch früher auch schon mal mit Jugendlichen einen Gebetstanz eingeübt.
Die Orgelführung um 17.00 Uhr brachte uns die Amalien-Orgel Berlin-Karlshorst nahe. Leider gingen diese dreißig Minuten zu schnell vorbei, denn um 17.30 Uhr war die Mitgliederversammlung angesetzt mit all den Formalitäten und Wahlen eines eingetragenen Vereines. Dr. Christian Bunners bleibt für weitere drei Jahre unser Präsident.
Nach dem Abendessen um 18.30 Uhr folgte eine Stunde später Paul Gerhardts Lieder in Dietrich Bonhoeffers Leben - Textzeugnisse, Orgel, Gemeindegesang. LKMD i.R. Christian Schlicke saß nun an der Orgel. Wir merkten und waren erfreut, dass Dr. Bunners auch ein Kenner Dietrich Bonhoeffers ist. Zwischen Bonhoeffer und Gerhardt lassen sich viele Verbindungen herstellen. Dietrich Bonhoeffer hat viele Gedichte von Paul Gerhardt geliebt und auswendig gekannt und in seinen Briefen aus dem Gefängnis erwähnt.
Nach dem Abendprogramm ging es ins Quartier. Am Sonntagvormittag war der Gottesdienst angesagt, natürlich mit Paul Gerhardt Liedern: „Die güldne Sonne“ „Geh aus mein Herz“ „Zieh ein zu deinen Toren“ „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ „Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun“ „Du meine Seele, singe“. Ansonsten kam das Thema des Gottesdienstes vor: Rogate – Betet! Da gibt es bei Paul Gerhardt und in seinem Leben viele Beispiele zu berichten.
Die Vorträge der letzten Tagungen unserer Paul Gerhardt Gesellschaft konnte man käuflich erwerben. Paul Gerhardt – Erinnerung und Gegenwart – Beiträge zu Leben, Werk und Wirkung, herausgegeben von Wilfried Böttler (ISBN 3-86596-062-6) Frank & Thieme GmbH Verlag für wissenschaftliche Literatur Berlin 2006. Auch die Internetadresse unserer Gesellschaft will ich hier nennen: www.paul-gerhardt-gesellschaft.de Wir freuen uns, wenn neue Mitglieder unserer Gesellschaft beitreten. Die nächste Jahrestagung wird zusammen mit der Luthergesellschaft stattfinden vom 18. bis 20. Mai 2007 in Berlin zum Thema: Paul Gerhardt – der andere Luther.
Stark haben mich die Christen dort im Berliner Osten beeindruckt. Nicht nur, dass sie uns so freundliche empfangen und bewirtet haben. Allein um die Vergangenheit dieser Kirche muss man wissen: Von 1945 bis 1955 waren dort die Russen und haben sie als Pferdestall und Lagerhaus benutzt. Und beim Abzug haben sie alles mitgenommen. Und heute: ehemaliges Stasigebiet, hohe PDS Wählerschicht, wenige evangelische Christen. Vielleicht hilft mir dieser Einblick, wenn jetzt bei uns sich vieles ändern muss, weil das Geld nicht mehr für all das ausreicht, was bis jetzt möglich war.
Nach dem Gottesdienst gab es noch Kaffee und Kekse. Dann fuhren wir zurück nach Gräfenhainichen. Gerne wäre ich über Mittelwalde gefahren. Dort hatte Paul Gerhardt seine erste Pfarrstelle. Vor dem Altar möchte ich mal stehen, um evtl. sein Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ besser verstehen zu können. Vielleicht ein anderes Mal.
Nach einigen Tassen Tee bei Familie Deißner ging es ab 18.00 Uhr die 500 km wieder zurück in den Westerwald, diesmal begleitet mit Cassetten von Harry Belafonte und einem Klezmer Konzert für Herbert Willausch aus Rimbach zu seinem 75. Geburtstag.
Ich bin gespannt, welche Aktivitäten die Orte, in denen Paul Gerhardt gelebt hat, auf die Beine stellen werden im nächsten Jahr. Das sind: Gräfenhainichen, Grimma, Wittenberg, Berlin, Lübben.
Und dann gibt’s ja noch viel mehr: Im Frühjahr eine Briefmarke zu 400. Geburtstag von Paul Gerhardt. Fernsehgottesdienste im ZDF aus Berlin und MDR aus Gräfenhainichen. Im ERF werden Sendungen auf Paul Gerhardt hinweisen. Kontakte zum WDR habe ich schon und zur Deutschen Welle will ich sie knüpfen. In den zwei letzten Quartalsheften 2006 der Kirchenmusikalischen Nachrichten der EKHN erscheinen Artikel von mir über Paul Gerhardt. Die Kirchenmusiker will ich sensibilisieren, hin auf den Liederdichter und sein Gedenkjahr.
Für die Schriftenmission Lemgo habe ich einen Seniorengruß geschrieben zu Paul Gerhardt. Und in deren Mitteilungsblatt soll leicht geändert mein ERF Vortrag von 2002 veröffentlicht werden.
Hilfreich für uns alle ist sicherlich der Hinweis von Paul Gerhardt über das Rühmen. Es soll nicht Menschen sondern unserem Gott dienen:
Dein soll sein aller Ruhm und Ehr,
ich will dein Tun je mehr und mehr
aus hocherfreuter Seelen
vor deinem Volk und aller Welt,
so lang ich lebe, erzählen.
EG 497,14
Pfarrer Christian Hählke, Bergstraße 8, 57629 Höchstenbach/Westerwald, den 23. Mai 2006.
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